

Fotos: Dransfeld Architekten |
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Traditionell und doch zeitgemäss
Eine der häufigsten und wichtigsten Bauaufgaben im ländlichen Raum ist wohl die Umnutzung von leerstehenden alten Bauernhäusern. Dies war auch die Ausgangslage beim Umbau des Hauses im thurgauischen Weerswilen: Aus einem Bauernhaus – über die Jahrhunderte mehrfach verändert und erweitert – sollte Wohnraum für mehrere Mietparteien entstehen. Die alten Scheunen- und Stallbereiche und das Wohnhaus wurden mit einem Anbau erweitert. Entstanden sind vier unabhängige Einheiten, von denen jede einen eigenen ebenerdigen Eingang, einen Gartenanteil und einen grosszügigen Ausblick nach Süden besitzt, ohne dass dabei die charakteristische Typologie des bäuerlichen Einhauses zerstört wurde. In die bestehende Ständerkonstruktion eingeblasene oder aufgespritzte Zellulosedämmung verhindert Wärmeverluste. An der Südfassade verschatten filigrane Holzlamellen die grossen Glasflächen. Sie schaffen den Bezug zum Ortsbild und schützen im Sommer vor Überhitzung.
Viele der alten Details wie beispielsweise die Futtertröge oder das alte Ständerwerk blieben erhalten und kontrastieren die modernen Gestaltungselemente. Geheizt wird mit einem zentralen Stückholzkessel. An sehr kalten Tagen oder in der Übergangszeit kommt ein Schwedenofen oder der Holzherd zum Einsatz. Dank ausgezeichneter Dämmung und der passiven Solarnutzung muss das Haus jedoch an sonnigen Wintertagen kaum geheizt werden. Für das Warmwasser sorgen rund 40 m2 Sonnenkollektoren auf dem Dach.
Das Ergebnis dieses Umbaus ist ein zeitgemässes und funktionales Mehrfamilienhaus, das den heutigen Komfortansprüchen mehr als genügt – sowohl in räumlicher wie auch in energetischer Hinsicht.
Christine Sidler
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Objekt
Vierfamilienhaus, 2008
Weerswilen, TG
Architekt
Dransfeld Architekten, Ermatingen, www.dransfeld.ch
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