
Bei Sonnenschein bringen die ausgefahrenen Storen eine dritte Dimension und einen farbigen Akzent an die flächige Fassade.

Holz prägt das Innere des Doppeleinfamilienhauses in Buchrain, Stufen sorgen für unterschiedliche Raumstimmungen.
Fotos: Walter Mair
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Reduktion in der Materialisierung
Vordergründig fügt sich das Minergie-P-Doppeleinfamilienhaus mit seiner hellgrauen Holzfassade und dem Giebeldach unauffällig in das ruhige Wohnquartier im luzernischen Buchrain ein. Auf den zweiten Blick tanzen jedoch seine ungewohnten Proportionen aus der Reihe: Das nur schwach geneigte, fassadenbündige Dach überdeckt einen – im Verhältnis zum Rest des Volumens – eher kleinen Raum. Auch die Anordnung der Fenster und ihre Formate heben sich deutlich von den Nachbarhäusern ab.
Das dominierende Material ist Holz. Die Wände bestehen aus vorfabrizierten Elementen. Auf diese Weise verkürzt sich die effektive Bauzeit um rund zwei Monate verglichen mit dem traditionellen Holzbau. Auch im Innern sind Wände und Decken aus Holz. Ergänzende Materialien sind lediglich der geschliffene und versiegelte Anhydrit-Unterlagsboden sowie der Chromstahl für die Küchenabdeckung. Diese Reduktion in der Materialisierung verleiht dem Haus einen homogenen Eindruck.
Von aussen ist die Trennung der beiden Wohneinheiten nicht zu erkennen, im Innern ist die Differenzierung jedoch gross: Das Raumprogramm ist auf die Bedürfnisse der beiden Familien abgestimmt und auch der Innnenausbau ist individuell: Während im einen Haus Fichte vorherrscht, fiel die Wahl im anderen Hausteil auf langfaserige Spanplatten – ein sehr viel raueres Material. Die Hausteile werden sogar unterschiedlich beheizt: Da eine Partei ein Stück Wald besitzt, heizt sie mit Stückholz. Im Winter wird im Holzherd eingefeuert und gekocht. Der Wärmeerzeuger ist das Herzstück des Heizkreislaufs und liefert im Winter die Wärmeenergie für die Bodenheizung und das Warmwasser. Im Sommer wird das Wasser ausschliesslich durch Sonnenkollektoren erwärmt. Für die andere Familie war ein möglichst tiefer Bedienungsaufwand wichtig: Jetzt kommt die Wärme von einer Erdsondenheizung. Der notwendige Strom dazu liefert eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. (Christine Sidler)
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Objekt
Doppeleinfamilienhaus, 2008
Buchrain, LU
Architektur
Gut Deubelbeiss AG, Luzern
Holzbauingenieur
Lauber Ingenieure für Holzbau, Luzern
Haustechnikplaner
Zurfluh Lottenbach GmbH, Luzern
Bauphysik
Ragonesi Strobel Partner AG, Luzern
Holzbau
Holzbautechnik Burch AG, Sarnen
Baukosten BKP2
850 Fr./m3
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