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Durch grosse Fensterfronten wird bei Sonnen-
schein die Wärmeleistung in die Baumasse „geholt“. Gegen Überhitzung schützen den Balkonen vorgelagerte Sonnenstoren.



Der nördlich verschobene Baukörper ersetzt die fehlende Unterkellerung.

Fotos: 5 Architekten AG

Solarer Direktgewinn

Beim Haus „Zihl“ wurde weniger Wert auf komplexe Haustechnik, denn auf das dynamische Zusammenspiel von Sonneneinstrahlung, Speichermasse und Dämmung gelegt. Der Bauplatz, ein leicht geneigter Südhang mit freiem Horizont, ermöglicht die weitgehende Beheizung des Minergie-P-Gebäudes und die Warmwasserbereitung mithilfe der Sonne. Neben grossen südgerichteten Fensterflächen ist für den solaren Direktgewinn die Speichermasse von grosser Wichtigkeit. Die einstrahlende Wärmeleistung wird durch die Baumasse absorbiert und zeitverzögert an die Räume abgegeben. Das offene Treppenhaus und raumhohe Türen helfen beim Wärmeausgleich zwischen den Zimmern und Stockwerken. Die Temperatur schwankt dabei entsprechend der Sonnenstrahlung bis zu 2 Grad um einen Basiswert. Häufen sich die Schlechtwettertage (November bis Januar), kann über einen Stückholzofen „zugeheizt“ werden. Der erwartete Holzverbrauch ist mit einem Raummeter pro Heizperiode bescheiden. In den nordseitig gelegenen Badezimmern sorgen bei Bedarf Radiatoren für Wärme. Die Heizkörper sind mit dem Speicher der thermischen Sonnenkollektoren verbunden, er speist auch die Warmwasseraufbereitung. Vor Überhitzung schützen dem Balkon vorgelagerte Sonnenstoren. Das Gebäude ist nicht nur im Betrieb energiesparend, schon bei der Erstellung wurde der Energieaufwand minimiert.
(Marion Schild)

Objekt
Minergie-P-Einfamilienhaus, 2008
Zihl, Beinwil am See (AG)

Minergie-Zertifikat
AG-018-P

Bauherrschaft
Anja und Daniel Huber

Architektur
5 Architekten AG, Wettingen

Energieplaner
Andrea Rüedi, Chur

Holzbau
Hector Egger Holzbau AG, Langenthal

Wohnfläche (SIA 416)
182 m2

Gebäudekosten (BKP2)
1'060'000 Franken